Subway New York, lebendiger UntergrundDie U-Bahn ist die Lebensader des Big Apple
Wer New York besucht, der findet sich schnell in einem der Wagen der MTA New York City Subway wieder. Eine günstige Art, die Stadt zu erkunden und Zeitreise zugleich.
Bereits 1904 wurde sie eröffnet, die erste U-Bahn New Yorks. Heute ist die Subway der wichtigste Teil der Infrastruktur in der gesamten Region. Sie hält die Stadt am leben. Fast 5 Millionen Fahrgäste verkehren täglich auf den rund 400 km langen Strecken im Untergrund. An 468 Bahnhöfen, verbunden durch 26 Linien, werden sie in das Leben des Big Apple hineingepumpt. Und nach Wunsch wieder hinaus. Nach London ist das New Yorker U-Bahn Netz das zweitgrößte weltweit. Bewegte Geschichte der Subway New Yorks Viele Köche verderben den Brei, sagt man. Auch die Anfangszeiten der U-Bahn waren geprägt von der Konkurrenz gleich dreier Gesellschaften, später kam sogar noch die City New York selbst als Betreiber dazu. Bis 1940 wurden so aber die meisten der heutigen Strecken erbaut. Verschiedene Tunnelgrößen und Spurweiten machten ein Zusammenwachsen aber schwierig. Als dann die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesellschaften immer schwieriger wurde, musste man reagieren. Unter enormen Kosten übernahm die Stadt New York die fast bankrotten Betreiber und vereinigte das Streckennetz. Die einzelnen Teile arbeiteten aber wie zuvor nebeneinander her, es mangelte an Organisation. Erst 1953 wurde dann die NYCTA (New York City Transit Authority) gegründet. Ziel war ein kostendeckender Betrieb. Alte Strecken, alte Technik und marode WaggonsEin enormes Problem stellte das Material zu dieser Zeit dar, die ältesten Waggons fuhren schon bei der Eröffnung. Große Summen mussten aufgetrieben werden, um die nötigen Investitionen durchzuführen. Neue Wagen, Bahnhöfe erneuern und vergrößern. Große Anstrengungen waren bei den veralteten Gleisen und der Sicherheit nötig. Querverbindungen und Tunnels mussten neu angelegt werden, um Linien zu verbinden. 1968 wurde die NYCTA von der heutigen MTA (Metropolitan Transport Authority) übernommen. Im gleichen Jahr wurde mit Geldern der Bundesregierung eine weitere Ausbauphase gestartet. Die Stadtteile Brooklyn und Queens wurden besser angebunden. Durch die Finanzkrise war 1975 die Stadt New York praktisch pleite, alles geriet ins Stocken. Die großen Pläne lagen auf Eis. Die siebziger Jahre, berühmt durch VerbrechenAb 1970 wurde New York, und besonders seine U-Bahn zum Inbegriff der Kriminalität. Die Polizei war fast machtlos, Überfälle an der Tagesordnung. Nur wer gar keine andere Möglichkeiten hatte, fuhr mit der Subway. Die Zeiten der Graffities verliehen der Subway eine Art Berühmtheit. Zehn Jahre später lag das U-Bahn Netz praktisch am Boden. Verdreckt, marode und völlig veraltete Technik. Subway fahren war zu einem der letzten echten Abenteuer geworden. Erst in den 1980ern sorgte ein gewaltiges Finanzierungsprogamm von 18 Milliarden Dollar für den Beginn der Wende. Bis in die 1990er Jahre dauerte es, bis der zerstörte Ruf sich wieder verbesserte. Gleise wurden erneuert, Wagen ausgetauscht, Klimaanlagen in den Zügen eingebaut. Die Bahnpolizei sorgte für mehr Sicherheit. Der schlechte Ruf ist noch immer in manchen Köpfen geblieben, aber völlig zu Unrecht. Die Subway New Yorks heuteWer in den Undergrund geht, der ist auch auf einer Zeitreise. Zurück in die 1940er Jahre. Die meisten der Anlagen stammen noch immer aus dieser Zeit. Viel Geld floss in Renovierungen und Umbauten, aber an allen Stellen trifft man Relikte aus jenen Tagen. Man sollte sich nicht wundern, wenn ein versteckter Lichtschalter in einem Bahnhof schon im Krieg benutzt wurde. Hauptsache er funktioniert. Nur wenige Bahnhöfe sind aus neuerer Zeit. Wie der South Ferry Bahnhof oder die neugebaute Station in Coney Island. Heute sorgt ein komplexes Liniennetz für reibungslosen Verkehr unter der Stadt New York. Die Stadtteile sind perfekt angebunden, für Touristen und Pendler ist die U-Bahn das ideale Fortbewegungsmittel geworden. Zwar nicht auf dem neuesten Stand der Technik, aber man gibt sich viel Mühe. In den alten Stationen wirkt es zumeist eng und drückend, die niedrigen Decken, zum Teil mit Gewölben und die oft schlechte Lüftung tragen ihren Teil bei. Aber man versucht mit Licht und Design Abhilfe zu schaffen. Auch immer angenehm, wenn Musiker der Tristesse Leben verleihen. Die Kriminalität ist recht gering geworden, in anderen Städten ist es nicht besser als hier. Wenn man nicht in tiefster Nacht in einen üblen Bezirk fährt, ist die Subway sicher. Man hat keine Angst mehr. Gutes Streckennetz und günstiger PreisWarten ist fast ein Fremdwort, die Züge verkehren, gerade in den Stoßzeiten alle paar Minuten. Und das rund um die Uhr. Die Stationen sind behindertengerecht ausgebaut, allerdings sind die Zugänge zum Lift nicht immer einfach zu finden. Das Fahrpreissystem ist einfach gehalten und auch für Neulinge problemlos. Einzelfahrten kosten 2,25 Dollar, Zeitkarten und andere Vergünstigungen machen die U-Bahn zu einem preiswerten Transportmittel. Ideal zum Beispiel für einen Ausflug in den International Wildlife Conservation Park, meist kurz Bronx Zoo genannt. Mit der Metrocard fährt man auf dem gesamten Netz, die Tickets gibt es an Automaten sogar mit Kreditkarten, ebenso verkaufen viele Kioske die Karten. An den Drehkreuzen wird der Betrag abgezogen und die Restsumme angezeigt. Neulinge sind gut beraten, immer einen Streckenplan in der Tasche zu haben. Damit ist die Orientierung ganz einfach. Die Züge sind klar gekennzeichnet, nur den Unterschied zwischel Local Trains und Express sollte man kennen. Expresszüge halten nicht an allen Stationen, so ist man schnell mal zu weit gefahren, macht aber nichts, der nächste Zug in Gegenrichtung kommt gleich. Rund fünf Millionen Passagiere täglich zeigen, wie beliebt die Subway geworden ist. Sie ist die Hauptschlagader der Metropole New York, von ihr lebt die Region. Hier braucht man kein Auto, wenn man bedenkt, dass der Preis für ein Parkhaus pro Tag schnell mal 50 Dollar sein kann. Für knapp 90 Dollar gibt es die Monatskarte für die U-Bahn. Und keine Staus und Brücken oder Tunnel mit extra Straßengebühren. Es ist immer wieder spannend, die Gegensätze New Yorks vom veralteten Untergrund bis zu der lebendigen und modernen Stadt darüber zu erfahren. Wer mehr über die Geschichte der Subway erfahren möchte, sollte einen Besuch des New York Transit Museums unbedingt einplanen. In dem ehemaligen Bahnhof Court Street wurde das Museum 1976 eröffnet. Eine kleine Filiale ist in der Grand Central Station untergebracht. Alle Informationen, Fahrpläne und ein ausführlicher Streckenplan sind bei der MTA über deren Seite zugänglich.
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